Bei einer Reihe von Köcherfliegenarten sind auffällige Merkmale vorhanden, die es ermöglichen, die Tiere sofort einer bestimmten Art zuzuordnen. Mystacides azurea (LINNAEUS,. 1761) ist mit seiner schwarzblauen Färbung und den dicht behaarten Mundtastern ein solches Beispiel. Auch Odontocerum albicorne (SCOPOLI, 1763) ist mit etwas Übung durch die relativ langen schmalen Flügeldecken gut zu erkennen. Auch ist es oft zumindest möglich, Tiere einer Familie oder Gattung zuzuordnen. Dies gelingt bei den Hydropsychidae, Rhyacophilidae oder den Limnephilidae recht gut. Durch ihre geringe Größe sind die Hydroptilidae gut gekennzeichnet.

 

Bei vielen Arten sind jedoch genitalmorphologische Untersuchungen erforderlich, da die artliche Differenzierung anhand äußerer morphologischer Merkmale nicht möglich ist. Aber auch hierbei gibt es bei vielen Arten noch Probleme, da die taxonomische Forschung noch nicht abgeschlossen ist.

Auf den nächsten Seiten finden Sie Schlüssel zur Bestimmung der Familien und zur Bestimmung der Gattungen der Trichoptera Deutschlands sowie Hilfen zur Unterscheidung einiger schwierig zu bestimmender Köcherfliegenarten.

 

Anmerkung:

Voraussetzung für das Erkennen der oft geringen Unterschiede in der Flügeläderung und den Genitalstrukturen ist neben einem guten Binokular mit ca. 80 - 100facher Vergrößerung auch das Beherrschen von Präparationstechniken, um z. B. die im Inneren des Abdomens liegenden Strukturen sichtbar zu machen. Diesen Techniken wird in Kürze noch ein eigenes Kapitel gewidmet.